Sargent KoNe: unser VW T3 Bulli von 1989

Der olivgrüne VW T3 mit Hochdach, festgezurrt auf einem Autoanhänger in der Abenddämmerung

Olivgrün, Baujahr 1989, fast zehn Jahre stillgelegt: Das ist Sargent KoNe, unser VW T3 Bulli. Auf dem Hänger sieht er aus wie ein Soldat, der zum letzten Mal Haltung annimmt. Hier erzählen wir, woher er kommt, wie er zu uns kam und wie er zu seinem Namen kam.

VW T3 Bulli, olivgrün, auf einem Anhänger, Seitenansicht
Erste Aufnahme: Sargent KoNe auf dem Hänger, kurz vor der Werkstatt.

Woher Sargent KoNe kommt

Im Fahrzeugbrief stand 2008 als Erstbesitzer eine Firma aus dem Raum Heidelberg, die alte Bundeswehrfahrzeuge aufkauft. Theoretisch könnte er auch ein Postbulli oder ein Telekom-Wagen gewesen sein. Aber wie er da so olivgrün vor uns stand, hatten wir uns die Militärgeschichte längst zurechtgelegt. Daher der Titel: Sargent.

Die Firma verkaufte ihn nach drei Monaten an einen Bullifan in der Pfalz weiter. Der baute ihn mit Holzverkleidung und Matratze zum Camper aus – liebevoll, aber unfertig.

Er starb zu früh. Seine Töchter konnten den Bulli nicht hergeben und hielten ihn fast zehn Jahre teilüberdacht. Bewegt wurde er kaum.

  • Bulli-Front auf dem Anhänger
  • Bulli-Heck auf dem Anhänger
    Front und Heck — die typischen T3-Linien sind alle noch da.

Wie wir auf ihn aufmerksam wurden

Über einen alten Freund hörten wir von ihm. Im September trafen wir uns mit den Töchtern. Äußerlich war der Kleine erstaunlich okay: Die typischen Roststellen am Schweller, am Auspuff, an den Trägern und in den Scheibengummi-Fugen waren da, aber überschaubar.

  • Rost am Schweller
  • Rost am Träger
  • Rost an der Scheibengummi-Fuge
    Die üblichen Verdächtigen: Schweller, Träger, Scheibengummi-Fuge.

Innen war er schon ausgeräumt. Der Vorbesitzer hatte mit dem Camper-Ausbau begonnen, aber Holz und Matratze waren raus. Vorne war der Beifahrersitz noch da, und das Lenkrad fühlt sich an wie ein Griff in eine Zeitkapsel aus den Achtzigern.

VW T3 Lenkrad, Originalzustand
Das Lenkrad. Allein dafür lohnt sich der ganze Bulli.

Null Sekunden Bedenkzeit

Was uns nicht so freute: Der Motor lief nach der langen Standzeit nicht mehr. Was darauf folgen würde, ahnten wir noch nicht. Aber nach exakt null Sekunden Bedenkzeit war klar: Der kommt mit. Wir wurden uns mit den Töchtern einig und versprachen, den Bulli in Ehren zu halten.

Der süße Fratz braucht ein Zuhause. Und wir kümmern uns gut um ihn.

Eine Woche später hing er auf unserem Hänger und rollte zur Werkstatt von „Clean & Repair it“ – für eine ehrliche Bestandsaufnahme, bevor wir selbst loslegen.

Wie aus dem Sergeant unser Sargent KoNe wurde

Die Werkstatt-Jungs tauften ihn wegen der Matratze direkt „Bums-Bus“. Wir hatten ihn zu dem Zeitpunkt schon „Koalas-Nest“ genannt, was auf Dauer ein bisschen lang war. Also wurde es offiziell:

Sargent KoNe.

Was die Werkstatt fand und wie wir ihm zum ersten Mal live begegneten, gibt es im nächsten Kapitel.