Kapitel 01 2 Min Lesezeit

Das ist Sargent KoNe – unser Bulli

Unser Bulli

Olivgrün, Baujahr 1989, fast zehn Jahre stillgelegt — und auf dem Hänger sieht er aus wie ein Soldat, der zum letzten Mal Haltung annimmt. So lief uns Sargent KoNe über den Weg.

VW T3 Bulli, olivgrün, auf einem Anhänger, Seitenansicht
Erste Aufnahme: Sargent KoNe auf dem Hänger, kurz vor der Werkstatt.

Im Fahrzeugbrief stand 2008 als Erstbesitzer eine Firma aus dem Raum Heidelberg, die alte Bundeswehrfahrzeuge aufkauft. Theoretisch könnte er auch ein Postbulli oder ein Telekom-Wagen gewesen sein — aber wie er da so olivgrün vor uns stand, hatten wir uns die Militärgeschichte längst zurechtgelegt. Daher der Titel: Sargent.

Die Firma verkaufte ihn nach drei Monaten weiter an einen Bullifan in der Pfalz. Der baute ihn mit Holzverkleidung und Matratze zum Camper aus — liebevoll, aber unfertig. Er starb zu früh, seine Töchter konnten den Bulli nicht hergeben und hielten ihn fast zehn Jahre teilüberdacht. Bewegt wurde er kaum.

Bulli-Front auf dem Anhänger
Bulli-Heck auf dem Anhänger
Front und Heck — die typischen T3-Linien sind alle noch da.

Wie wir auf ihn aufmerksam wurden

Über einen alten Freund hörten wir von ihm. Im September trafen wir uns mit den Töchtern. Äußerlich war der Kleine erstaunlich okay — die typischen Rost-Stellen am Schweller, am Auspuff, an den Trägern und in den Scheibengummi-Fugen waren da, aber überschaubar.

Rost am Schweller
Rost am Träger
Rost an der Scheibengummi-Fuge
Die üblichen Verdächtigen: Schweller, Träger, Scheibengummi-Fuge.

Innen war er schon ausgeräumt — der Vorbesitzer hatte mit dem Camper-Ausbau begonnen, aber Holz und Matratze waren raus. Vorne der Beifahrersitz war noch da, das Lenkrad fühlt sich an wie ein Zeitkapsel-Griff in die Achtziger.

VW T3 Lenkrad, Originalzustand
Das Lenkrad. Allein dafür lohnt sich der ganze Bulli.

Was uns nicht so freute: Der Motor lief nach der langen Standzeit nicht mehr. Was uns drauf folgen würde, ahnten wir noch nicht — aber nach exakt null Sekunden Bedenkzeit war klar: Der kommt mit. Wir wurden uns mit den Töchtern einig und versprachen, den Bulli in Ehren zu halten.

Der süße Fratz braucht ein Zuhause. Und wir kümmern uns gut um ihn.

Eine Woche später hing er auf unserem Hänger und rollte zur Werkstatt von „Clean & Repair it“ — für eine ehrliche Bestandsaufnahme, bevor wir selbst loslegen.

Wie aus dem Sergeant unser Sargent KoNe wurde

Die Werkstatt-Jungs tauften ihn wegen der Matratze direkt „Bums-Bus“. Wir hatten ihn zu dem Zeitpunkt schon „Koalas-Nest“ genannt — was auf Dauer ein bisschen lang war. Also wurde es offiziell:

Sargent KoNe.

Was die Werkstatt fand und wie wir ihm zum ersten Mal live begegneten — das gibt es im nächsten Kapitel.