Zulassen, abholen? So einfach ist das aber nicht…
Unser BulliMotor läuft, Bremsen neu, TÜV erteilt seinen Segen. Eigentlich wäre alles gut — wären da nicht Versicherung und Zulassungsstelle. Diese Geschichte braucht einen kalten Kaffee.
Da Sgt. KoNe als LKW eingetragen ist, muss es eine LKW-Versicherung sein. Ich freue mich (zu früh): Bei der HUK-Coburg lässt sich das Fahrzeug online als Zweitwagen-Vollkasko für rund 300 € versichern. Bestellen — bestätigen — fertig.
Nach der Zulassung kommt dann die Antwort: „Nein, das geht doch nicht. Zahlen Sie 700 € Haftpflicht. Teilkasko/Vollkasko gibt es nicht.“
Tatsächlich zu früh gefreut.
Online ist nicht online
Aber die eigentliche Geschichte spielt bei der Zulassungsstelle Karlsruhe. Wir leben ja angeblich im Zeitalter der Digitalisierung. Auch die Zulassungsstelle stellt offiziell auf Online um — zumindest soll das der erste Eindruck sein.
Also: Daten in der Online-Zulassungsstelle eingegeben, abgeschickt. Am nächsten Morgen kommt die Mail: „Bitte vereinbaren Sie einen Termin.“ Bis dahin bin ich noch entspannt. Online ist online. Bis ich den letzten Satz lese:

„Bringen Sie bitte folgende Unterlagen im Original mit:
- Zulassungsbescheinigung Teil I
- Zulassungsbescheinigung Teil II
- Hauptuntersuchungsbericht
- Personalausweis
- Antrag auf Zulassung (ausgefüllt und unterschrieben) (siehe Anlage)
- SEPA-Lastschriftmandat (ausgefüllt und unterschrieben) (siehe Anlage)
- Neue Kennzeichenschilder KA-FI 512 (bitte vorab prägen lassen)“
Das „siehe Anlage“ zerstört die Illusion: Genau die Daten, die ich gerade online eingegeben habe, soll ich auf einem zweiten Formular nochmal aufschreiben. Und nicht etwa als ausfüllbares PDF — nein, ein ausgedrucktes Formular, wieder eingescannt.
Mir fehlen die Worte.
Auf meine freundliche Rückfrage, ob das ein Fehler sei: „Nein. Das Formular wird benötigt, weil meine Kollegen mit Ihrer Unterschrift bestätigt sehen wollen, dass die Daten stimmen.“
Die Lehre
Anlagen also rausgesucht, am PC ausgefüllt, ausgedruckt, unterschrieben, hingegangen. Termin gemacht, Schlange gestanden, Kennzeichen drangeschraubt.
Merke: Niemals hoffen, dass eine deutsche Behörde online versteht.
Aber: Nun ist er zugelassen. Mit Plakette, mit Kennzeichen, mit Schein. Und auf der Piste.




Ab jetzt darf er sich auf das vorbereiten, was eigentlich Spaß macht: Schraubenschlüssel rausholen und endlich anfangen, ihn zu unserem zu machen.
Erste Baustelle? Die Front muss dunkel.